Vielleicht gibt es hier draußen einen Platz für mich
- sarahseppendorf

- vor 3 Tagen
- 1 Min. Lesezeit
Ich habe lange mit Worten jongliert.
Manche fallen lassen.
Manche so festgehalten,
dass mir die Hände wehtaten.
Versteckt in Kisten voller Lieder und Texte.
Unter Bettdecken.
Hinter Sicherheitsglas.
Wie Rapunzel,
die so lange nur von oben zusah.
Und heute erwische ich mich dabei,
einen Schritt weiterzugehen.
Mein Herz klopft so laut,
dass es wehtut.
Am liebsten würde ich den Laptop zuklappen,
mich mit Netflix ablenken.
Raus aus dem Gefühl.
Doch ich bleibe.
Ich kann dein Glück kaum ertragen.
Dein Talent kaum anerkennen.
Deine Idee nicht aushalten.
Denn vielleicht –
könnte ich das sein.
„Du sollst nicht neidisch sein“,
wurde mir so oft erzählt.
Und trotzdem war sie da,
diese Stimme.
Leise. Hartnäckig. Ehrlich:
Ich will das auch.
Auch für mich.
Ganz langsam pellt sich etwas ab.
Diese alte Schicht:
„Für mich gibt es das nicht.“
Und irgendwo darunter
sehe ich Licht.
Und dieses Licht –
das bin ich.
Und vielleicht gibt es hier draußen
auch noch einen Platz für mich.

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